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Aktuelle Besetzung: Gleb Samoilow (Глеб Самойлов) —Gesang, Gitarre, Bass, Texte, Keyboard Vadim Samoilow (Вадим Самойлов) — Gesang, Gitarre, Bass, Texte, Keyboard Piotr Mai (Пётр Май) — Schlagzeug Aleksandr Kozlov (Александр Козлов) — Keyboard, Komponist/Texte Website : www.agata.ru
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Agatha Christie ist eine russische Gothic-Rockband, die am 20 Februar 1988 in Swerdlowsk von Wadim Samoilow, Aleksandr Kozlov und Petr Mai gegründet wurde. Eine eindeutige Musikrichtung ist bei Agatha Christie nur schwer auszumachen, sie spielten auch im Stil von Post-Punk und Synth-Rock.
Ihren Anfang hat die Band bereits in der Schulzeit der drei Gründungsmitglieder, die in einer Schulband spielten. Zu dieser Zeit hatte die Band bereits ihr erstes Album „Zweite Front“ („Второй фронт“) auf ein Tape aufgenommen. Dieses Album wurde zum 10jährigen Jubiläum remastert und auf einer CD veröffentlicht. Nach ihrem zweiten Album „Kabale und Liebe“ ("Коварство и любовь") wird Agatha Christie bekannt. Bereits nach kürzester Zeit bekommt die Band ihren Auftritt im russischen Fernsehen, fährt nach Moskau und dreht ihr erstes Musikvideo zu „Viva, Kalman!“.
Agatha Christie treten weiterhin auf verschiedenen Rockfestivals und Benefizkonzerten auf und lernen u.a. Andrei Makarewitsch und Wjatscheslaw Butussow kennen. 1991 spielt die Band auf „Open du Rock“ in Dijon in Frankreich und gewinnt einen Newcomer-Preis. Im gleichen Jahr erscheint ihr drittes Album „Dekadans“ („Декаданс“). Nach dem Erscheinen legt die Band eine Schaffenspause ein, die nicht zuletzt aufgrund einer Krise in Russland bedingt ist.
Erst zwei Jahre später erscheint ihr viertes Album „Pozornaja zwezda“ 1993 („Schandstern“), mit dem Agatha Christie nicht nur ihren Musikstil, sondern auch ihr Aussehen ändert. Sie treten jetzt mit dunklen Liedschatten auf und erinnern an „The Cure“. Die Single „Wie beim Krieg“ („Как на войне“) wird zu der Visitenkarte der Band und vielleicht dem bekanntesten Rocklied der 90er Jahre. Agatha Christie wird von dem Label „Rise Music“ unter Vertrag genommen. „Rise Music“ hat bereits Bands, wie „Nautilus Pompilius“ und „Mascha i Medwedi“ unter Vertrag. Zu diesem Album schrieb der britische Journalist Mick Mercer 2004 ein kurzes Review in seinem Blog.
Ihr nächstes Album „Opium“ veröffentlichte Agatha Christie 1995. Die Band hat einen Nerv der Zeit getroffen in der sowieso schon depressiven Zeit. Zu diesem Album schrieb Mick Mercer ebenfalls ein kurzes Review in seinem Blog. „Opium“ ist gekennzeichnet durch düstere und depressive Stimmung, die gut die damalige Zeit im postsowjetischen Raum widerspiegelt. Das Album ist eingeschlagen wie eine Bombe und brachte der Band einen Erfolg den sie sich nie erhofft hatte. Die Musiker gehen auf eine Russlandtournee, ihre Tour beenden sie im ausverkauften Luschniki (ca. 80 000 Plätze). Agatha Christie prägt zu der Zeit jugendliche Subkulturen und wird zu der ersten bekannten russischen Gothic-Rock-Band. Oft wird ein Vergleich zwischen der britischen Gothic-Band „The Cure“ und „Agatha Christie“ gezogen.
Wirbelsturm 1997 („Ураган“) wird noch düsterer und depressiver und kommt nicht bei allen Fans gleichermaßen gut an. Musikvideo zum Lied „Seemann“ (Моряк) wird aufgrund „negativer Auswirkung auf die Psyche“ vom russischen Fernsehen nicht ausgestrahlt. Ein Jahr später feiert die Band ihr 10 jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert in Olimpijski.
Das nächste Album „Wunder“ („Чудеса“) wird aufgrund der Wirtschaftskrise in Russland mit einer Verzögerung veröffentlicht. „Wunder“ klingt elektronischer, aber genauso düster und depressiv, wie „Opium“. Die Band kann nicht mehr an ihren alten kommerziellen Erfolg anknüpfen, das einerseits durch die Wirtschaftkrise bedingt ist und andererseits durch zunehmend schwere Musik und Texte der Band, die bei dem breiten Publikum kein Anklang finden. Musikvideo zu der Single „Weg der Spinne“ („Дорога паука“) wird im russischen Fernsehen wieder aufgrund zu depressiver Stimmung nicht ausgestrahlt. In der Presse mehren sich Gerüchte über einen übermäßigen Drogen und Alkoholkonsum der Bandmitglieder. Die Brüder Samoilow bestreiten unter Einfluss von Alkohol und Drogen zu stehen vehement.
Im Sommer 2000 erscheint ein Album mit einem provokanten Titel „Main Kaif“ (Майн Кайф) „Wortspiel aus „Mein Kampf“ und russischem Slang für (Drogen-)Rausch)“. Das Album ist konzeptionell durchdacht und die Texte bauen aufeinander auf. Laut der Brüder Samoilow entwickelt sich ihr lyrischer Held von einem naiven Jüngling zu einem erbarmungslosen Mörder. Einige Lieder werden in den Soundtrack zu den Filmen von Sergei Bodrow jun. aufgenommen.
Nach dem Tod von Keyboarder und Komponisten Alexandr Kozlov am 1. März 2001 dauert es drei Jahre bis das verletze Album unter dem Titel „Thriller, Teil 1“ erscheint. Zunächst war eine Fortsetzung angekündigt, die jedoch mit der Zeit verworfen wurde. Danach gehen die Brüder ihre eigenen Wege. Sie treten noch vereinzelt im Fernsehen auf und nehmen mit der Band Bi-2 ein Lied auf. Schon damals war das Ende der Band „Agatha Christie“ abzusehen.
Im Februar 2009 gibt die Band auf ihrer Webseite das Erscheinen ihres letzten Albums „Epilog“ bekannt. Im darauf folgenden Jahr gastrolieren sie mit ihrer Abschiedstour in mehr als 48 Städten, darunter auch in Deutschland. Heute kann die Band auf durchwachsene 22 Jahre zurückblicken, mit Höhen und Tiefen in ihrer Karriere. Auf ihrer offiziellen Webseite stehen alle Alben, Songs und Videos der Band in hoher Qualität zur freien Verfügung.
Quellen:
agata.ru
Material aus wikipedia.de und wikipedia.ru
agata.int.ru
shirshina.narod.ru
übersetzt und überarbeitet von Andrej Below
Studioalben:
Vtoroj front (1988) (dt. „Zweite Front“)
Kovarstvo i ljubov' (1989) (dt. „Kabale und Liebe“)
Dekadans (1990) (dt. „Dekadenz und Dance“)
Pozornaja zvezda (1993) (dt. „Schandstern“)
Opium (1995) (dt. „Opium“)
Uragan (1997) (dt. „Hurrikan“)
Chudesa (1998) (dt. „Wunder“)
Majn Kajf? (2000) (dt. Wortspiel aus „Dekadenz“ und „Dance“)
Triller. Chast' 1 (2004) (dt. „Thriller, Teil 1“)
Epilog (2010) (dt. „Epilog“)
Singles und Remixes:
Heroin 0 Remixed (1996)
Dva korablja Remixed 2 (1998)
Maksisingl № 1 «Sekret» (2000)
Maksisingl № 2 «Vypit' more» (2000)
Maksisingl № 3 «Ein Zwei Drei Waltz» (2001)
