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Gegründet: 1981
Ort: Ufa / St. Petersburg (Leningrad), Russland (UdSSR) Offizielle Alben: 20 Studio, unzählige Sampler und Konzertaufnahmen Offizielle Homepage: www.ddt.ru
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Wenn man sich mit der Geschichte des russischen Rocks beschäftigt, kommt man an einer bestimmten Gruppe nicht vorbei. Es ist zweifelsohne die berühmteste und erfolgreichste Rockgruppe in Russland. Die Band „DDT“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, politische und bürgerliche Songs zu schreiben und sich dabei nie zensieren zu lassen. Die Geschichte dieser Band ist unweigerlich mit der Geschichte Russlands verbunden und sie wird oft als das „Gewissen Russlands“ bezeichnet. Mit ihren, zur Zeit der Sowjetunion, erschreckend ehrlichen und politischen Songs hat „DDT“ eine ganze Generation von Menschen und Musikern beeinflusst und sich somit eine Menge Feinde sowohl in der Regierung als auch in der Gesellschaft gemacht. Die Band wurde als der „Schrecken des KGB“ bezeichnet, da sie wie auch viele andere Bands ihrer Zeit auf der Schwarzen Liste des KGB stand.
Begonnen hat alles in der russischen Stadt Ufa, wo 1980 Juri Schewtschuk, ein Diplom-Maler, der als Lehrer arbeitete, vier junge Leute traf und damit den Beginn einer neuen Musikära einläutete. Es gibt viele verschiedene Versionen wie der Name der Band entstanden sein soll – die eine soll die Abkürzung für „Dom Detskogo Twortschestwa (dt. Haus der Kinderkunst)“ stehen, ein andere besagt, dass es das Toxische Gift DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) sein soll.
Im Laufe der Jahre wird sich die Besetzung der Band häufig ändern, mit Ausnahme des Sängers und Songwriters Juri Schewtschuk – er ist das Aushängeschild der Band, der alleine alle Songs und Melodien schreibt. Bis 1982 konnte die Band wegen fehlender Mittel keine Musik aufnehmen oder viele Konzerte geben, so dass sie keinen großen Bekanntheitsgrad erarbeiten konnte.
Ein Zufall brachte die Band zu einem Wettbewerb für junge Musiker. Ein Freund der Band brachte einen Ausschnitt aus der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Aus dieser Zeitung hatte die Band über den Wettbewerb „Solotoj Kamerton (dt. Goldene Stimmgabel)“ erfahren. Um an dem Wettbewerb teilnehmen zu können, hatte die Band in dem einheimischen Fernsehestudio drei Songs aufgenommen - „Inoplanetjane (dt. Außerirdische)“, „Tschornoje Solnze (dt. Schwarze Sonne)“ und „Ne Streljai (dt. Schieße Nicht)“. Während des laufenden Wettbewerbs veröffentlichte die Band ihr erstes Album „Swinja Na Raduge (dt. Das Schwein auf dem Regenbogen)“. Die Band konnte mit dem Song „Ne Streljai“ den Wettbewerb gewinnen, was selbst für die Band eine Überraschung war. Der Gewinn des Wettbewerbs hatte keinen großen Einfluss auf die Kariere der Band, erst einen Monat später konnte die Band vor einem größerem Publikum spielen. Es war ein Konzert in einer Universität. Wie es damals in der Sowjetunion üblich war, wurde der Auftritt von KGB überwacht. Da die Band viel zu politische Songs gesungen hat, wurde das Album von der Regierung verboten und die Band musste im Untergrund weiter arbeiten.
In Moskau hat DDT dann zusammen mit der Band „Rok-Sentjabr (dt. Rock-September)“ das Album „Kompromiss“ aufgenommen. Nach den Aufnahmen kehrte die Band zurück nach Ufa, wo sie aber nicht mehr arbeiten konnte, da man ihnen keine Möglichkeit gab aufzutreten oder aufzunehmen. Im Mai 1983 trat DDT mit großem Erfolg im Moskauer Luschniki-Stadion im Rahmen des dreitägigen Festivals "Rock Sa Mir (dt. Rock für den Frieden)“ auf. Ihr Beitrag wurde allerdings aus dem offiziellen TV-Programm herausgeschnitten, was den Erfolg der Band nicht aufhalten konnte. Nach der inoffiziellen Veröffentlichung des Albums „Wremja (Zeit)“ hat sich die Band kurzzeitig aufgelöst. 1987 organisierte Schewtschuk die Band erneut um.
1988 hatte die Band ihre erste Tour durch die Sowjetunion, welche ein großer Erfolg war und am Ende der Tour nahm die Band ihr erstes offizielles Album auf - „Ja Polutschil Etu Rol (dt. Ich bekam diese Rolle)“. Das Album bestand zu großem Teil aus älteren Songs, die neu aufgenommen wurden. Das Album verkaufte sich eine halbe Million Mal, aber die Band bekam als Gage gerade mal 15 Dollar. Die nächsten zwei Jahre tourte DDT ausgiebig durch die Sowjetunion sowie durch USA und Japan, was den Bekanntheitsgrad der Band auch außerhalb der Sowjetunion steigerte. Während der langen Tournee nahm die Band 1988 das Album „Ottepel (dt. Tauwetter)“ auf. In den nächsten Jahren tourte DDT unter anderen mit der Band „Alisa“ durch die Sowjetunion, Ungarn, USA und Japan. 1991 veröffentlichte die Gruppe zwei Alben: „Plastun (dt. Schleicher)“ und „Aktrissa Wesna (dt. Die Schauspielerin Frühling)“. DDT änderte ihre Aufführungsstrategie und setze immer mehr auf konzeptuelle Konzerte. Das berühmteste konzeptuelle Konzert dabei war das „Tschorny Pjos Peterburg (dt. Schwarzer Hund Petersburg)“, welches als Live-CD veröffentlicht wurde. DDT tourte zwei Jahre mit diesem Programm, der Erfolg beruht auch darauf, dass die Band eine Menge neuer Songs spielte, die vorher nicht veröffentlicht waren. Am 27. Mai 1993 kamen bei einem Konzert in Sankt Petersburg 120 000 Menschen zusammen, um DDT live zu sehen. 1995 wurde das Album „Eto Wsjo... (dt. Das ist alles...)“ aufgenommen und eine Tour durch Tschetschenien, wo zu dieser Zeit der Krieg tobte, mit rund 50 Veranstaltungen durchgeführt. DDT trat sowohl bei den russischen Truppen als auch in den tschetschenischen Städten auf. Der Song „Pazany (dt. Jungs)“ erschien später auf dem Album „Roschdjonnij W SSSR (dt. Geboren in der UdSSR)“. Zwischen Ende 1995 und 1996 arbeitete DDT in den USA, wo das Album „Ljubow (dt. Liebe)“ entstand. Viele bekannte Musikgrößen, wie der ehemalige Manager von Aerosmith Tim Collins und Glen Huges von Deep Purple halfen bei der Entstehung des Albums.
Das 1997 veröffentlichte Album „Roschdjonny w SSSR (dt. Geboren in der UdSSR)“ ist eine Mischung aus Live und Studio Aufnahmen, wobei die Live Aufnahmen aus dem Konzertprogramm „Ot I Do“ (dt. Von bis)“ entnommen wurden. Nach diesem Album begann in der Band eine schwere künstlerische Krise, an der die Band beinahe auseinander gefallen ist. Der Gitarrist Andrei Wassiljew verlas DDT, um als Solo-Musiker weiter zu arbeiten. Wadim Kuryljow übernahm darauf die Gitarre. Um die Band wieder vollzählig zu haben, engagierte Schewtschuk zwei neue Mitglieder – Konstantin Schumailow (Keyboard) und Pavel Borisow (Bass). Zwar wurde der Kern der Band nicht verändert, doch die Änderung der Besetzung führte dabei zu einer Änderung des Sounds.
Das Album „Mir Nomer Nol (Welt Nummer Null)“ klang viel moderner und härter als alle Alben der Band zuvor. Es wurde viel mit verschiedenen Instrumenten experimentiert und der Trompeter Iwan Wassilew wurde zu einem vollzähligen Mitglied der Band.
Als nächstes veröffentlichte DDT ein Best-Of Album „Proswistela (dt. Vorbeigepfiffen)“ mit nur einem neuen gleichnamigen Song „Proswistela“. Im Jahre 2000 kam das Album „Metel Awgusta (dt. Schneesturm des Augusts)“ raus und wurde sofort ein Erfolg, sowohl für die russische Bevölkerung als auch in der Rock Elite. Von den russischen Medien wird das Album totgeschwiegen, was den Verkaufzahlen nicht schadet. Dieses Album war der letzte, auf dem Nikita Saizew (Geige) mitgewirkt hatte. Er verstarb im Jahre 2000 und galt als der beste Geiger in der russischen Rockmusik sowie ein guter Gitarrist. DDT hat nie einen neuen Geiger gesucht, da sie der Meinung waren, dass Nikita Saizew nicht zu ersetzen wäre. Um seine Beiträge Live umsetzen zu können, wurden Aufnahmen vom Band benutzt.
Im Jahre 2002 und 2003 veröffentlichte DDT kurz hintereinender zwei Alben „Jedinotschestwo I“ und „Jedinotschestwo II“. Das Wort „Jedinotschestwo“ ist ein Wortspiel aus de Wörtern „Einigkeit“ und „Einsamkeit“. Beide Alben beinhalten sowohl klassische ruhige Songs als auch modern-härtere. In beiden Alben geht es um die derzeitige Situation in Russland. Es gibt positive als auch negative Songs, deswegen ist auch der Titel der beiden Alben eine Mischung aus positiven (Einigkeit) und negativen (Einsamkeit) Aspekten.
Im selben Jahr veröffentlichte DDT ein Best-Of Album „Pesni (dt. Lieder)“. Um nicht einen typischen Best-Of zu veröffentlichen, wurden alle Songs neu aufgenommen und abgemischt, was ihnen einen ganz neuen Charakter gab.
Im Jahre 2005 verließ Wadim Kuryljow (Gitarre) die Band, um an seiner neuen Band zu arbeiten. Ersetzt wurde er durch den jungen Gitarristen Alexei Feditschew. Das bisher letzte Album erschien 2005 und heißt „Propawschi Bes Westi (dt. Spurlos verschwunden)“ und behandelt die Angst vieler Menschen vor Veränderungen, das Thema Revolution und die negative Entwicklung der russischen Rockmusik.
Zurzeit feiert die Band ihr 25. Jähriges Bandjubiläum und macht eine große Tour durch Russland und Europa.
Autor: Johannes Ruban
Stand: Januar 2007
Quelle: Johannes Ruban sowie teils www.ddt.ru und Wikipedia
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